öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger

USV-Systeme (Unterbrechungsfreie Stromversorgung)

in der letzten Zeit (seit 2013) mehren sich die Fälle, wo es trotz (oder wegen) USV-Systemen zu Schäden an IT-Systemen kommt.

Bei einem Ortstermin nach einem Schaden sieht man eine oftmals exquisite IT-Infrastruktur mit leistungsfähigen Server, Storage-Systemen und vielem mehr. Daneben steht eine Einfach-USV-Einheit, die die Infrastruktur gegen alle möglichen äußeren Einflüsse schützen soll. "Hauptsache die Leistungsabgabe stimmt" scheinen sich viele IT-Dienstleister zu denken.
Dabei ist der technologische Aufbau der USV maßgeblich für die Funktion und den Schutz der angeschlossenen Systeme gegenüber Einflüssen seitens der netzseitigen Spannungsversorgung.

Klein-USV-Systeme
Kleine USV-Systeme kosten oft nur wenige hundert Euro, liefern durchaus 750 VA ("Watt") und mehr - und versorgen teure IT-Systeme.
Diese USV-Einheiten basieren auf der salopp "Offline-USV" genannten Technologie. Dabei wird der Ausgang im Normalfall direkt vom Eingang gespeist, es sind mehr oder weniger aufwändige Filter zwischengeschaltet.
Kommt es zu einem Spannungsausfall im 230V-Netz, schaltet die USV auf Batteriebetrieb um. Soweit die Theorie!
In der Praxis gibt es folgende Einschränkungen, die einen Betrieb dieser Systeme nicht empfehlenswert machen.

- In vielen Klein-USV-Systemen ist der Batteriepack in einem unbekannten Status. Die eingesetzten Blei-Batterien haben nur eine begrenzte Lebensdauer. Schaltet diese Einheit dann mal bei Spannungsausfall um, versagen oftmals die Batterien und der Ausgang ist spannungsfrei. Die angeschlossenen IT-Systeme damit ebenfalls.
- Ist der Akku in einem guten Zustand, gibt es trotzdem viele netzseitige Einflüsse, die dieses USV-Prinzip nicht ausmerzen kann. Kurzzeitunterbrechungen, Spannungsspitzen und Spannungsschwankungen sind hier zu nennen.

Vollwertige USV-Systeme
Mit diesem Begriff bezeichne ich die landläufig unter "Online-USV" bezeichneten Systeme (Doppelwandlertechnik, VFI-SS-111). Diese erzeugen die Ausgangsspannung immer über einen separaten Wandler aus der Batteriespannung. Die Batterie wird aus einem Gleichrichterkreis permanent geladen. Mit dieser Variante werden alle netzseitigen Kurzzeit-Störungen eliminiert.
Bei hochwertigen Systemen wird zudem regelmäßig eine Batterieüberwachung durchgeführt, indem der Gleichrichterkreis langsam heruntergeregelt und damit die Batterie immer mehr belastet wird. Hält diese der Belastung stand, sind die Batterien in Ordnung. Hält der Batterie-Pack (immer bestehend aus mehreren Zellen) die Ausgangsspannung nicht, erkennt man den Batterie-Defekt, der aber nicht zu einem Problem führt, die Ausgangsspannung bleibt im Test stabil. Die defekte Batterie kann dann ausgetauscht werden.

"Hybride" Systeme (Line Interactive)
Mit den Line-Interactive-Systemen hat man versucht, das Beste aus beiden oben beschriebenen Systemen zusammen zu führen. Diese Systeme sind schon besser als die "Offline-USV", aber längst nicht so gut wie die "Online-USV".

Mein Tipp: sparen Sie nicht beim USV-System. Gute USV-Einheiten kosten deutlich über 1000€.

Wenn Sie schon in eine teure IT-Infrastruktur investieren, dann beschaffen Sie bitte eine Online-USV (Doppelwandlertechnik, VFI-SS-111)

Weitere Tipps zur Beschaltung von USV-Systemen entnehmen Sie bitte der folgenden Information!