Agrarinstallationen - hohe Gefährdung

Eines meiner räumlichen Arbeitsbereiche ist der Niederrhein. Bei jedem Gewitter entstehen hier viele Schäden auf Bauernhöfen.

Für Außenstehende zunächst etwas verwunderlich: was hat Bauernhof mit IT und Elektronik zu tun?

Viel mehr als man allgemein annimmt!

Wenn eine Schweinezucht mit rund 3500 Tieren (von 0 bis 8 Monate) vollautomatisch gefüttert wird, die einzige Aufgabe des "Bauern" darin liegt, das Trockenfutter zur Anmischung in die riesigen Behälter zu füllen, dann steckt dahinter eine ausgeklügelte Steuerung mit einer Vielzahl von Sensoren und Aktoren, verteilt auf dem Gelände. Eine zentrale IT steuert alle Abläufe.

Eine Putenzucht mit rund 10.000 Tieren einer Altersgruppe (insgesamt meist drei Gruppen) ist darauf angewiesen, dass das Klima für die Tiere optimal ist. Es darf nicht zu warm oder zu kalt sein. Dies realisieren Klimacomputer. Jedes Jahr müssen viele Systeme ersetzt werden, weil die alten Systeme durch Überspannungseinfluss ausgefallen sind.

Selbst die Ernte von Zwiebeln stellt den jeweiligen Bauern vor erhebliche Probleme, die mittels IT-Unterstützung gelöst wird. Trocknung und Einlagerung werden genau gesteuert. Damit kann die Ware zeitnah ausgeliefert werden. Fällt die IT aus, kann im Extremfall die Ware verderben.

Die Schäden entstehen nun auf vielfältige Weise:

Die meisten Schäden führen zu massiven Beeinflussungen des täglichen Betriebs, für den Bauern eine wirtschaftliche Katastrophe. Nur mit massivem Einsatz aller Kräfte und extremen Kosten konnten in den mir bekannten Fällen die Auswirkungen auf die Tiere gering gehalten werden.

Schon die Befolgung recht einfacher Grundsätze bei der Errichtung der "IT"-Infrastruktur hätte diese Schäden vermieden oder zumindest den Umfang stark in Grenzen gehalten.