öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger

VoIP im Home-Office - eigene Erfahrungen

Seit 2001 hatte ich bis 2017 einen klassischen ISDN-Anlagenanschluss im Einsatz.
Bezüglich der Funktion gab es praktisch nie Probleme, aber die Verwaltung der Funktionen wie die Rufumleitung war wenig komfortabel.
Unter Berücksichtig des Alters der Telefonanlage (Auerswald 4410) hatte ich mich in 2017 entshclossen, die Technik zu aktualisieren.


Ich habe dann auf eine Auerswald Compact 4000 umgestellt. Intern dann schon mal die Umstellung auf VoiP, ohne Probleme. Allerdings habe ich im Haus auch eine durchgängige Netzwerk-Verkabelung und damit von der Infrastruktur her gute Voraussetzungen.
Als dann der ISDN-Vertrag auslief, habe ich einen VoIP-Provider gesucht, zu dem ich den Anlagenanschluss portieren konnte.
Ich habe mich für easybell entschieden, u.a. wegen des für mich praktischen Leistungsangebots.


Die Konfiguration war dann wie folgt:
VDSL-Anschluss mit voller Geschwindigkeit (50MBit/s im Download, 10 MBit/s im Upload)
DSL-Router mit FritzBox 7490 und 7590.
Auerswald Compact4000
interne VoIP-Telefone von Yealink, Snom und Gigaset-VoIP-DECT

Regelmäßig gab es ungewöhnliche Effekte, der Gesprächspartner war nicht mehr zu hören oder hörten mich nicht. Manchmal nach 30 Sekunden, auch erst nach einigen Minuten.
Ich habe daraufhin den Datenverkehr mit Wireshark mitgeschnitten, konkrete Erkenntnisse waren nicht zu gewinnen.
Ich habe dann bei Auerswald ein Trouble-Ticket aufgemacht.
Von dort wurde dann angegeben, es sei ein bekanntes Problem der FritzBox.
Bei AVM angefragt gab es das Feedback, dass es hier ein Problem gebe. Dies ist auch in den entsprechenden FAQ beschrieben ("Gesprächspartner hören sich nicht"). Die angegebenen Lösungsmöglichkeiten waren nicht praktikabel. In entsprechenden Foren wird dieses Problem seit etwa 2015 beschrieben, ohne dass es eine Lösung zu geben scheint.

Da ich berufsbedingt immer wenig Zeit habe, habe ich mir kurzerhand einen Router eines anderen Herstellers gekauft (siehe c't Routertest aus 2017) und es traten keine Störungen mehr auf.
Das bedeutet aber, dass diese recht junge Technologie doch noch nicht so ausgereift ist, wie man es als Anwender erwarten würde.
Ich erinnere mich an eine Cebit im Jahr 1998, wo VoIP als neue Technologie mit vielen Versprechungen angeboten wurde.
Also auch 20 Jahre später gibt es immer noch "Kinderkrankheiten".


Wenn man nun die Verbindungsqualität und die Verbindungs-Aufbauzeiten etwas genauer betrachtet stellt man erhebliche Unterschiede fest.
Viele Verbindungen sind mit HD-Übertragung qualitativ sehr gut.
Verbindungen werden manchmal in extremer Schnelligkeit aufgebaut, manchmal dauert es "ewig". Das hängt wahrscheinlich mit den Anschlüssen bei den Angerufenen zusammen, auch gehen die Netzzusammenschaltungen hier mit ein.
Hierzu muss man bedenken, dass über Jahrzehnte die ISDN-basierten Kommunikationsnetze (TDM) mit 64kbit/s-Kanälen gekoppelt waren. Jetzt wird dies ergänzt um direkte IP-Kopplungen und Misch-Versionen.
Mit der zunehmenden Umstellung auf IP-Anschlüsse wird sich diese Sitution voraussichtlich laufend verbessern.

Was sich für mich im Tagesgeschäft als sehr praktisch erweist, ist beispielsweise der Parallelruf für ankommende Telefonat auf die Mobilfunknummer. Damit braucht man keine Rufumleitung mehr einstellen, die Erreichbarkeit ist viel besser geworden.
Sehr angenehm auch die kurze Verbindungsaufbauzeit zu Mobilfunkteilnehmern, die VoLTE nutzen.
Praktisch auch die Rufnummernanzeige, die mittels TAPI-Funktionalitäten auf allen Endgeräten über das zentrale Telefonbuch erfolgt.
Ich bin mit der kompletten Umstellung auf VoIP inzwischen sehr zufrieden, die Kommunikation ist wesentlich komfortabler geworden.

(Die Nennung von Produkten erfolgt ohne wirtschaftliche Interessen)

 

 

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